ALL TIME FAVORITES | Hausgötter

Moderiertes Konzert mit Komponistengespräch

3. September 2021, 20 Uhr, Spreehalle

[…] Die strahlenden Himmlischen haben ihre Hausgötter niedergelegt […]
(Ovid, Metamorphosen, I, 174)

Programm:

Komponist/in Werk
Isabel Mundry [*1963] no one für Streichquartett [1995/1996]
Julio Estrada [*1943] Yuunohui'ensemble (Version für Se, Ome und Yei) Op. E.18n [1983-1990]
Giacinto Scelsi [1905–1988] 3. Streichquartett [1963]
Giorgio Netti [*1963] ) place ( für präpariertes Streichquartett, ciclo d’assedio [2001/02]

Mitwirkende:

Kairos Quartett

Simone Heilgendorff • Moderation
Giorgio Netti (Italien) • Komponistengespräch

Programmnotiz:

Aus der großen Zahl der bisherigen Highlights in unseren 25 Jahren Quartett-Geschichte haben wir mit den „Hausgöttern“ eine kleine Auswahl der am häufigsten gespielten Stücke des Quartetts und meist auch Publikums-Lieblingen zusammengestellt.

Mundrys no one wurde in seiner ersten Version, ohne bereits in fester Quartett-Formation zu spielen, von den Mitgliedern unseres Quartetts uraufgeführt und leitete unsere Gründung ein. Das hochkomplexe Stück war in den ersten rund acht Jahren eines ihrer meistgespielten Stücke.

Estradas bemerkenswerte virtuose und wirkungsvolle Yuunohui-Werkserie ist im Raum verteilt zu spielen. Wir führen es seit 1998 als Kombination des vollständigen Violin-Solos auf verteilt auf die beiden Geiger mit einzelnen Sätzen der Viola- und Cello-Soli auf.

Scelsis drittes Streichquartett, seit 2000 im Repertoire, wurde von Vieri Tosatti zu Papier gebracht und basiert auf Mitschnitten von Scelsis Improvisationen auf der Ondiola, die nachträglich kombiniert und manipuliert wurden. Dadurch ist eine faszinierende fünfsätzige Komposition entstanden, die Spieler und Publikum in den Bann der für Scelsi typischen meditativen Einton-Musik zieht.

Für das Streichquartett ) place ( mit Bezug zu Giacomettis gleichnamiger Skulptur braucht das Quartett Präparationen für seine Instrumente, u.a. aus Telefonkarten und Wasserfalschen. ) place ( ist unserem Repertoire, seitdem wir 2001/02 uraufgeführt haben. Es ist Teil des vierteiligen Ciclo d’assedio, der die Quartettbesetzung bis zum Solo-Cello verkleinert, und eine der ungewöhnlichsten Kompositionen aller Zeiten. Gäbe es einen urzeitlichen archäologischen Fund von Musik, so könnte man sich ) place ( als dessen authentische klangliche Realisierung vorstellen.