Nykymusiikin kuntokoulussa - In der Fitnessschule der zeitgenössischen Musik
Viikon erikoinen - Spezielles der Woche
Die Ausführenden des deutschen Kairos-Streichquartetts, Wolfgang Bender (Violine), Chatschatur Kanajan (Violine), Simone Heilgendorff (Viola) und Claudius von Wrochem (Violoncello) ziehen Telefonkarten durch die Saiten ihrer Instrumente, zuweilen nah am Steg. Die Streicher berühren die Saiten oder das Holz des Bogens. Man hört ... verschleierte Klänge, Rauschen, fast als seien auf der Bühne vier alte Röhrenradios, welche auf der Suche nach Signalen eines submarinen Senders der Südpol-Forschungsstation sind.
Bei der Komposition handelt es sich um „) Place (“ des Italieners Giorgio Netti. Sie dauert eine halbe Stunde und ist von ihrer Klangwelt her sicher um einiges anders als alltäglich. Special der Woche - genau wie es der Titel des Konzertes versprach.
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Das Konzert des Kairos Quartetts bot im Großen und Ganzen „strengen“ Modernismus, kurz gesagt: es gab keine Dreiklänge, keine Melodien. Das zweite Streichquartett von Georg Friedrich Haas repräsentiert die mit Klangfeldern arbeitende Musik, als deren Baumaterial Haas die Obertonreihe verwendet. Viele Glissandi, Mikrointervalle, langsame Veränderung.
Bei Julio Estradas Werk „Yuunohui“ setzten sich die Musiker des Kairos Quartetts um die Zuhörer herum, im rechten Winkel. Die Funken stoben kraftvoll kreuz und quer.
Wenn ich jetzt jedoch auf die Geschmacksfrage zurück komme, so nahm man die im Konzert des Kairos Quartetts gehörten Werke sehr gern entgegen, aber ganz zuvorderst würde ich die Stücke zum Beispiel als Plattenaufnahme nicht wieder anhören.
Mikko Voutilainen, Keskisuomalainen/Finnland, 11.7.04 (Übersetzung Silke Bruns)

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